"Wir wollten einfach nur etwas Gutes tun!"


Im Gespräch mit Clara Beggerow, Gründungs- und Vorstandsmitglied von „REGIO BAUM“

Bergisch Gladbach. Sie ist 22 Jahre jung, kommt aus Bergisch Gladbach, ist Masterstudentin im Bereich Financial Economics, Mitbegründerin der Scitemus GmbH, einem Unternehmen, das bioökonomische Projekte entwickelt und fördert - und - sie ist Vorstandsmitglied des Vereins zum nachhaltigen Umbau regionaler Wälder e.V., genannt REGIO BAUM, der aktiv gegen das Waldsterben in Deutschland ankämpft.

Clara Beggerow ist eine Macherin - das wird schon bei der Vorstellrunde während unseres Online-Interviews deutlich, an dem auch die Marketingleiterin von Sutco RecyclingTechnik GmbH, Iris Odenthal, teilnimmt.

Kennengelernt haben sich die beiden während Clara Beggerows Zeit als Werksstudentin bei dem Bergisch Gladbacher Anlagenbauer im Jahr 2019 und sie haben den Kontakt gehalten. Neben ihrem hohen Arbeitspensum und der großen Einsatzbereitschaft, teilen beide das Interesse am Handlungsprinzip der Nachhaltigkeit sowie eine starke Naturverbundenheit. „Ich bin im Bergischen Land groß geworden und kenne die Wälder rund um meinen Wohnort sehr gut.“, erklärt Clara Beggerow. „Der aktuelle Zustand des Waldes ist alarmierend und das erkennt einfach jeder, der hinsieht.“. Wenn es um die eigene Heimat geht, entsteht häufig eine besondere Emotionalität. „Da sieht man sich ganz anders in der Pflicht, etwas zu unternehmen“, und an genau dieser Stelle setzt REGIO BAUM an. Der Verein hat sich die Erhaltung und Pflege der heimischen Wälder sowie deren nachhaltigen Wiederaufbau zur Aufgabe gemacht und eine Plattform geschaffen, über die er jeder Privatperson und jedem Unternehmen die einfache Möglichkeit bietet, sich in der eigenen Region aktiv daran zu beteiligen.

DAS WIEVIEL UND WO BLEIBT DEM SPENDER ÜBERLASSEN

Ab 1,50 € pro Setzling ist alles möglich und der Spender oder die Spenderin entscheiden selbst, in welcher der elf Regionen Deutschlands sein (oder ihr) Baum gepflanzt werden soll. Der Verein unterstützt so Forstbetriebsgemeinschaften, private Waldbesitzer und Förster, da die es häufig finanziell nicht alleine schaffen, diese Wälder wieder nachhaltig aufzuforsten. Die Auswahl der Baumart bleibt dann auch dem jeweiligen Waldbesitzer überlassen, da es in jedem Gebiet andere Erfordernisse gibt und sich auch die Zusammensetzung der Mischkulturen regional unterscheiden kann.

EIN FACH- UND GENERATIONSÜBERGREIFENDES PROJEKT

Das Gründungsteam von REGIO BAUM ist in vielerlei Hinsicht heterogen, aber der Beweggrund für den Einsatz ist bei allen der gleiche: „Wir wollen einfach etwas Gutes tun!“, fasst es Clara Beggerow zusammen, und so erledigen die acht ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder, unentgeltlich, neben Beruf und Studium, die unterschiedlichsten Aufgaben. Entsprechend ihrer Vorlieben und Fähigkeiten sind sie verantwortlich für die Finanz- und Spendenverwaltung des Vereins, kümmern sich um Themen wie Öffentlichkeitsarbeit und PR, realisieren Werbemaßnahmen und Social Media-Kampagnen, suchen Kooperationspartner, übernehmen die Organisation und beteiligen sich an den Pflanzungen sowie vieles andere mehr. „Die Idee zur Vereinsgründung haben wir gemeinsam entwickelt und in enger Zusammenarbeit realisiert. Jeder von uns brachte seine fachliche Expertise mit ein und bearbeitet nun seinen individuellen Bereich. Die jüngeren Mitglieder sind in erster Linie zuständig für die Kommunikation nach Innen und Außen, während die Älteren das Knowhow und auch die Kontakte zur Waldwirtschaft besitzen. „Wir sehen uns als Teil einer Art Generationen-Projektes und das Bild gefällt uns, denn es entspricht der Langfristigkeit mit der wir das Thema Aufforstung angehen und betreiben wollen.“, erklärt Clara Beggerow. „Unsere Hauptaufgabe besteht jetzt darin, unsere Reichweite zu vergrößern. Wir suchen Förderer und Kooperationspartner, die uns helfen, unser Projekt voranzubringen.“

JEDER PRIVATE WALDBESITZER KANN FÖRDERUNG BEANTRAGEN

REGIO BAUM e.V. hat eigene Förderrichtlinien, nach denen entschieden wird, wer Unterstützung erhält. Jeder private Waldbesitzer und jede Forstbetriebsgemeinschaft können einen Antrag auf Förderung stellen. Wenn dem stattgegeben wird, werden die Geld- und Sachspenden entsprechend weitergeleitet. Die eigentlichen Pflanzungen erfolgen dann vor Ort durch Baumschulen. „Momentan gehen die meisten Spenden in die Region Köln-Bonn und in die Eifel. Wir hoffen aber möglichst bald ein größeres Netzwerk zu erschaffen und dafür flächendeckend Unterstützerinnen und Unterstützer zu gewinnen."


ES GEHT UM EINE DAUERHAFTE UND SELBSTVERSTÄNDLICHE AKTIVITÄT

„Den ersten Etappensieg haben wir erreicht, wenn wir 1 Millionen Bäume gepflanzt haben“ das, so Clara Beggerow, ist unser mittelfristiges Ziel. Langfristig geht es darum, gemeinsam einen Beitrag zur nachhaltigen Aufforstung regionaler Wälder zu generieren und das über Generationen hinweg.

„Wir leben in einer Zeit, in der man nicht langfristig planen kann. Man weiß doch gar nicht, was passieren und auf uns zukommen wird. Wir müssen uns immer wieder neu auf die Situation einstellen. Bei unserer Arbeit geht es nicht darum, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Es geht um den Prozess, die langfristige Aufgabe und eine dauerhafte und selbstverständliche Aktivität.“

REGIO BAUM im Internet:
www.regio-baum.org

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